Die tote Stadt in der Semperoper Dresden

Erich Wolfgang Korngold
Oper in drei Bildern Frei nach Georges Rodenbachs Roman »Bruges-la-Morte«
Libretto von Paul Schott In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

»Die Musik zur ›Toten Stadt‹ ist wesentlicher Bestandteil der dramatischen Entwicklung, auch der kinomäßigen Sensation in der Steigerung des Grauens.« Was hier Eugen Thari im Dresdner Anzeiger im Dezember 1921 über die Musik zur Dresdner Erstaufführung von Erich Wolfgang Korngolds Sensationserfolg schreibt, dockt am damaligen Ankommen in einer neuen Zeit an: Es sind die zum Teil auf cineastische Art verzerrten Seelenwelten des Protagonisten, zu denen der Komponist eine bestechende Partitur geschrieben hat. Diese drängt die Zuschauer zu einer beklemmenden Reise in emotionale Tiefenregionen. Der in Zurückgezogenheit lebende Paul ergießt sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie. Doch das Kennenlernen einer Tänzerin, Marietta, setzt sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung: Die junge Frau wird ihm zum Spiegel seiner Sehnsüchte, so dass er auf sie eine »Wiederkehr« seiner verstorbenen Gattin projiziert. Immer stärker zieht es Paul in verschüttete Schichten seiner Psyche. Erst das Erwachen aus einem Albtraum, in dem Paul eine Bluttat begeht, lässt ihn in der Realität ankommen. Kann er den Weg in ein von psychischen Altlasten befreites Leben gehen?
Mit seiner »Toten Stadt« wurde das zum jungen Mann gereifte »Wunderkind« Erich Wolfgang Korngold neben Richard Strauss zum meistgespielten Opernkomponisten Deutschlands der 1920er Jahre. Nach fast 100 Jahren kehrt das musikalisch packende Psychodrama an die Semperoper zurück.

weitere Aufführungen in der Semperoper Dresden:
31.05.2019 19.00 Uhr
04.06.2019 19.00 Uhr

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